Friedenau 1871 – 1920

Cover „Friedenau 1871 – 1920“

„Aus der Geschichte und dem Leben einer Landgemeinde“ erzählt Werner Heilmann in seinem 1964 erschienenen Heft „Friedenau 1871 – 1920“. Heilmann war von 1920 bis 1945 als Lehrer am Friedenauer Gymnasium tätig. Die Verbundenheit der Abiturienten mit ihrem Heimatorte, so Heilmann in seinem Vorort, habe ihn veranlasst, die Geschichte Friedenaus niederzuschreiben.

Heilmann liefert einen Abriss von der Gründung Friedenaus bis zur Entstehung Groß-Berlins und dem Verlust der Eigenständigkeit der Landgemeinde, angereichert mit kleinen Anekdoten. Das Friedenauer Gebiet, so Heimann, sei bei der Entstehung der Kolonie „eine fast ebene, nach Süden sanft ansteigende Feldmark ohne Baum und Strauch“ gewesen. In dieser eher unwirtlichen Umgebung entstanden auf dem vom Herrn Carstenn-Lichterfelde erworbenen Grund, der zum Rittergute Deutsch-Wilmersdorf gehörte, die ersten Häuser.

Erworben hatte das Land zu einem günstigen Preis der Landerwerb- und Bauverein auf Aktien, der es zunächst in 95 Parzellen aufteilte. „Beamten, Pensionierten, Lehrern, Künstlern Literaten und all denen, deren Einkommen nicht so rasch und in gleichem Maße als die Wohnungsmiete steigt, kann ich das Unternehmen auf das angelegentlichste empfehlen“, warb der Schriftsteller David Born im Mai 1871  in der Vossischen Zeitung. Er wurde Geschäftsführer der AG. Dank eines guten Bebauungsplans entwickelte sich Friedenau rasch.

Heilmann beschreibt abrissartig die Entwicklung der Infrastruktur, die entstehende Selbstverwaltung. Karten zeigen den Fortschritt in der Bebauung auf. Detailliert hat der ehemalige Lehrer Daten zur Schulentwicklung zusammengetragen. Eine Chronik enthält wichtige Daten zur Geschichte Friedenaus, auf 2 Seiten werden Friedenauer Persönlichkeiten vorgestellt.

Werner Heilmann, Friedenau 1871-1920. Aus der Geschichte und dem Leben einer Landgemeinde Verlag Haupt & Puttkammer Berlin 1964, 32 S., antiquarisch erhältlich.

Über Ulrich Horb

Jahrgang 1955, Journalist und Fotograf in Berlin
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