Friedenau – Künstlerort und Wohnidyll: Die Geschichte eines Berliner Stadtteils

Cover "Friedenau - Künstlerort und Wohnidyll: Die Geschichte eines Berliner Stadtteils"

Cover „Friedenau – Künstlerort und Wohnidyll: Die Geschichte eines Berliner Stadtteils“

Eine kurze Geschichte Friedenaus hat 2006 die Autorin und Stadtführerin Gudrun Blankenburg vorgelegt. Zwanzig Jahre später hat sich viel verändert. Einige der beschriebenen Geschäfte und Einrichtungen sind inzwischen selbst schon wieder Geschichte, so wie der Fotoladen „Bilderbär“ in der Hedwigstraße.  Und auch nicht alle hehren Ziele der Initiativen um die Rheinstraße oder den Dürerplatz konnten verwirklicht werden. Aber Friedenau ist immer auch Wohnidyll geblieben.

„Die Idee des Schöpfers von Friedenau, Johann Anton Wilhelm von Carstenn, eine grüne Lunge für geplagte Großstädter zu schaffen, ist aufgegangen und ein Grund, besonders für junge Eltern, nach Friedenau zu ziehen“, so Gudrun Blankenburg. In ihrem Buch würdigt sie Carstenn, zeigt die offiziellen Grenzen des Stadtteils auf und beschreibt das „gefühlte“ Friedenau. Ausgerechnet das Gebiet um den S-Bahnhof Friedenau, das Malerviertel um den Dürerplatz oder die Ceciliengärten gehört katastermäßig nicht zu Friedenau.

Ein Kapitel ist der Gründung Friedenaus und der Entstehung des öffentlichen Lebens gewidmet, ein weiteres der Zeit des Nationalsozialismus, der Verfolgung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Zerstörung durch den Krieg.

Friedenau war und ist ein beliebter Wohnort für Künstlerinnen und Künstler. „Die dichteste Dichterdichte von Berlin“  überschreibt Gudrun Blankenburg ihr Kapitel zu Günter Grass, Uwe Johnson, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch und vielen mehr, die in Friedenau gelebt und gearbeitet haben.

Früh hat sich auch Gewerbe angesiedelt. Gudrun Blankenburg verweist auf die Optische Anstalt Goerz, die – inzwischen verzogene – Bronzegießerei Noack oder die Askania-Höfe.

Rund 200 Fotos vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Stadtteil.

Gudrun Blankenburg, Friedenau – Künstlerort und Wohnidyll: Die Geschichte eines Berliner Stadtteils, Frieling Verlag Berlin 2006, 120 S., broschiert, 19,90 EUR

Über Ulrich Horb

Jahrgang 1955, Journalist und Fotograf in Berlin
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