Berlin steckt voller Geschichten. Einige sollen hier in Zukunft erzählt werden,  Alltagsgeschichten aus einer sich ständig verändernden Stadt. Und es gibt viele Tipps zur Berlin-Literatur, ob Neuerscheinung oder antiquarisch. Weitere Fotos und Texte finden Sie auf fotos-aus.berlin und nacht-in.berlin.

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Friedenau und der Kolonialismus (II)

Ansichtsklarte Hauptrestaurant. Foto: Archiv Ulrich Horb

Ansichtsklarte Hauptrestaurant. Foto: Archiv Ulrich Horb

zum 1. Teil
Der Eingang zur Deutschen Armee-, Marine- und Kolonial-Ausstellung (Dumaka)  lag in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Friedenau der Wannseebahn.  „Am Eingang zur Ausstellung in der Rubensstraße erheben sich die beiden Verwaltungsgebäude, deren linkes Post, Telegraphenstation, Feuerwache usw. aufnehmen wird, während das rechte lediglich Verwaltungszwecken der Ausstellung selbst dienen soll“, meldete der Friedenauer Lokalanzeiger vorab in seiner Ausgabe vom 15. Januar 1907. „Eine breite von Ahornbäumen eingefasste Allee führt in gerader Linie zu dem Teil des Geländes, der die große Haupthalle aufzunehmen bestimmt ist. Die Fundamentierungsarbeiten für diesen Riesenbau, der sich binnen kurzem hier erheben wird, sind beendet. Um sich überhaupt einen Begriff von den Größenverhältnissen des Ausstellungsgeländes wie der einzelnen Bauten zu machen, muss man sich einige Zahlen vergegenwärtigen. Das ganze Gelände umfasst etwa 134 Morgen, es ist 850 Meter lang und 400 Meter breit. Die Haupthalle selbst hat die stattliche Frontlänge von 200 Metern. Sie ist 12.000 Quadratmeter groß und übertrifft somit an Ausdehnung selbst die große Ausstellungshalle am Zoologischen Garten.“ Links an die Haupthalle schließt sich die Maschinenhalle an, westlich daran die Kolonialhalle und die Marinehalle“, so der Lokalanzeiger. Weiterlesen

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Friedenau und der Kolonialismus (I)

Eingang zur Deutschen Armee-, Marine- und Kolonialausstellung 1907 an der Rubensstraße. Foto: Archiv Ulrich Horb

Ansichtskarte:  Eingang zur Deutschen Armee-, Marine- und Kolonialausstellung 1907 an der Rubensstraße. Foto: Archiv Ulrich Horb

Im Jahre 1907 war ein Gelände unweit des Bahnhofs Friedenau fünf Monate lang Schauplatz eines großen Militärspektakels. Auf dem damals noch unbebauten Areal zwischen Rubensstraße, Vorarlberger Damm und dem heutigen Grazer Platz wurden Ausrüstungsgegenstände und Waffen für  Armee und Marine präsentiert, zahlreiche Zulieferfirmen zeigten Waren aus und für die deutschen Kolonien. Die Ausstellung war Verkaufsschau und zugleich eine Werbeaktion für den deutschen Kolonialismus – zu einer Zeit, als der Völkermord an den Hereros und Namas in Deutsch-Südwestafrika noch immer andauerte.  Heute erinnert nichts mehr daran. Weiterlesen

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Das zerstörte Schöneberg

Cover „Das zerstörte Schöneberg“

1945 ist Berlin befreit. Es ist eine weitgehend zerstörte Stadt und das bleibt sie auch noch etliche Jahre lang. Ab 1949 hat der Fotograf Herwarth Staudt mit seiner Frau Ruth die Ruinenlandschaft in Schöneberg im Bild festgehalten. Ein von Gudrun Blankenburg und Irene von Götz 2015 herausgegebener Bildband zeigt seine Arbeiten. Weiterlesen

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Friedenau – Aus dem Leben einer Landgemeinde 1871 bis 1924

Cover „Friedenau – Aus dem Leben einer Landgemeinde 1871 bis 1924“

1986 erschien im Verlag Zinsmeister & Grass der Band „Friedenau – Aus dem Leben einer Landgemeinde 1871 – 1924“. Hermann Ebling hat darin auf 158 Seiten eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des Berliner Ortsteils vorgelegt und verschiedene Spazierwege anhand von alten Fotografien und Postkarten illustriert. Weiterlesen

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Spuren der zwanziger Jahre

Cover "Die zwanziger Jahre in Berlin"

Cover „Die zwanziger Jahre in Berlin“

Seit den Erfolgsromanen des Schriftstellers Volker Kutscher und deren Verfilmung als „Babylon Berlin“ ist das Berlin der zwanziger Jahre wieder stärker im Fokus. Einen passenden Wegweiser für diese Zeit haben Michael Bienert und Elke Linda Buchholz  mit dem Band „Die zwanziger Jahre in Berlin“ im Berlin Story Verlag vorgelegt. Er führt in die Zeit des Umbruchs nach dem 1. Weltkrieg, in eine Zeit des Aufbruchs, des exzessiven Nachtlebens, der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Weiterlesen

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Vor 75 Jahren: Hugo Heimann verstorben

Cover Heimann

Cover Heimann

Vor 75 Jahren, am 23. Februar 1951, ist der frühere  sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hugo  Heimann im New Yorker Exil verstorben. In seinen
mehr als 90 Lebensjahren hat er Höhen und Tiefen  deutscher Geschichte erlebt. Viele Jahre hat er das Bild der SPD geprägt. Und er hat die Entwicklung Berlins entscheidend mitgestaltet. Weiterlesen

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„Schauplatz: Berlin“

Cover "Schauplatz: Berlin"

Cover „Schauplatz: Berlin“

Die Fotos haben Postkartengröße, sie wirken wie Stillleben. Rund 400 Motive sind auf den 300 Seiten des Bildbands „Schauplatz: Berlin“ von Iris Czák und Marei Wenzel versammelt. Blicke in Berliner Wohnungen, in Geschäftsräume, auf die unterschiedlichsten Orte der Stadt. Sie zeigen ein Berlin, das auch den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Regel verborgen bleibt oder von ihnen nicht beachtet wird. Weiterlesen

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Karl-Ludwig Lange und der Wandel der Stadt (2014)

Cover Karl Ludwig Lange

Cover Karl-Ludwig Lange

„Lange photographiert auch so eigen, dass er seit Beginn seiner Tätigkeit als selbstständiger Photograph im Alter von 22 Jahren nur das aufgenommen hat, was ihn interessiert“, so stellt es der Historiker und Stadtforscher Benedikt Goebel im einleitenden Text zum Fotobuch „Karl-Ludwig Lange – Der Photograph in seiner Zeit“ fest. Was Lange interessiert hat, präsentiert der 2014 erschienene Band über die Berliner Jahre von 1973 bis 2004 in schlichter Schwarzweiß-Optik. Weiterlesen

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Jürgen Holtfreters plakative Fotokunst

Cover Jürgen Holtfreter

Cover Jürgen Holtfreter

Jürgen Holtfreters Arbeiten  sind Kult.  Ikonisch ist sein knallrotes Plakat für den SDS, das die damalige Bahnwerbung kaperte und die Köpfe von Marx, Engels und Lenin mit dem Spruch „Alle reden vom Wetter. Wir nicht“ kombinierte. Jetzt ist ein reich illustrierter Bildband mit dem Titel „Jürgen Holtfreter – Politische Fotomontagen“ erschienen, der die Vielseitigkeit des  Fotokünstlers, Grafikdesigners und Layouters  zeigt. Das Buchcover ziert, wie sollte es anders sein, das SDS-Plakat aus dem Jahre 1968. Weiterlesen

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Trauer um Winfried Sühlo

Winfried Sühlo. Foto: Ulrich Horb

Winfried Sühlo. Foto: Ulrich Horb

geboren 14.7.1935, gestorben 2.2.2026

Der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär Winfried Sühlo ist am 2. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren verstorben. Weiterlesen

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