Berlin steckt voller Geschichten. Einige sollen hier in Zukunft erzählt werden,  Alltagsgeschichten aus einer sich ständig verändernden Stadt. Und es gibt es viele Tipps zur Berlin-Literatur, ob Neuerscheinung oder antiquarisch. Weitere Fotos und Texte finden Sie auf fotos-aus.berlin und nacht-in.berlin.

Publiziert am von Ulrich Horb | Schreib einen Kommentar

Friedrichsfelde und die Gedenkstätte der Sozialisten

Gedenkstätte der Sozialisten Friedrchsfelde, Foto: Ulrich Horb

Gedenkstätte der Sozialisten Friedrichsfelde, Foto: Ulrich Horb

Gut sichtbar steht vor der Gedenkstätte der Sozialisten noch die halbhohe Mauer aus Ziegelsteinen.  Hinter ihr hatte sich jedes Jahr das greise Politbüro der SED versammelt, in der Mitte Erich Honecker, den rechten Arm hoch erhoben, die Faust  geballt. Im Hintergrund, auf Fotos gut sichtbar, der Stein mit der Aufschrift „Die Toten mahnen uns“.  Davor: die vorbeiziehenden Massen. Das Politbüro gibt es nicht mehr. Und nicht mehr vorhanden ist auch die unterirdische Warmluftheizung, die dem Politbüro hinter der Mauer die Füße gewärmt hatte. Weiterlesen

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Wirklichkeitsbeschreiber: Der Künstler Otto Nagel (11)

DDR-Ehrung 1957: Verleihung des Goethepreises an Otto Nagel. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-49311-0002 / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia

DDR-Ehrung 1957: Verleihung des Goethepreises an Otto Nagel. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-49311-0002 / CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia

Die Einschränkungen künstlerischer Freiheit durch die SED werden in den fünfziger Jahren stärker spürbar. Gefordert werden optimistische Bilder, der fröhliche, optimistische Arbeiter beim Aufbau der neuen Gesellschaft.  Otto Nagel, von 1950 bis 1952 und noch einmal von 1954 bis 1956 Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler Deutschlands, sucht den Ausgleich. Bekanntheit und Anerkennung über die Grenzen der sowjetischen Besatzungszone helfen ihm dabei. „Die DDR wusste, was sie an diesem Maler hatte. Nagel genoss seit den 1920er-Jahren über alle Richtungsgrenzen hinweg künstlerisch einen ausgezeichneten Ruf“, so Wolfgang Brauer, ehemaliger kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, in einer Würdigung Nagels.  Weiterlesen

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Literarische Berlinreise

Cover "Reise Textbuch Berlin", 1987

Cover „Reise Textbuch Berlin“, 1987

Berlin hat unzählige Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu glühenden Elogen oder bissigen Verrissen inspiriert. Es gibt historische Reiseberichte und kurze Tagebucheinträge, dicke Bücher, Gedichte, eingängige Volkslieder, Romane und Essays, Theaterstücke. Barbara und Walter Laufenberg haben sich in den achtziger Jahren daran gemacht, all die Texte, die Berliner Plätze, Kieze und Straßen beschreiben, durchzusehen und zumeist Ausschnitte davon in einem „Reisetextbuch Berlin“ zu versammeln. Weiterlesen

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Adolf Heilborns Reise in die Heimatstadt

Cover "Die Reise nach Berlin"

Cover „Die Reise nach Berlin“, 1925

Zu Adolf Heilborns (1873- 1941) zahlreichen Veröffentlichungen gehört der 1921 erschienene Band „Die Reise nach Berlin“. Darin begibt er sich auf Entdeckungstour durch seine Heimatstadt, angelehnt an eine Geschichte des Schriftstellers Julius Rodenberg. Der hatte von einem Berliner berichtet, der jedes Jahr mit großem Hallo in den Urlaub aufbrach, um dann am Potsdamer Tor zu entscheiden, doch in Berlin zu bleiben. Heilborns mit viel Liebe zum Detail erzählte Beobachtungen erschienen zunächst als Serie in der „Berliner Morgenpost“, die damit ihren Leserinnen und Lesern das 1920 zu Groß-Berlin vereinte Stadtgebiet näherbrachte. Weiterlesen

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Kreative Geschwister: Adolf Heilborn und Luise Heilborn-Körbitz

Adolf Heilborn, gemalt von Erich Büttner (1928). Foto: gemeinfrei, Quelle wikipedia

Adolf Heilborn, gemalt von Erich Büttner (1928). Foto: gemeinfrei, Quelle wikipedia

Er war ein Freund von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz, arbeitete als Schriftsteller, Übersetzer und praktischer Arzt in Friedenau. Sie schrieb Drehbücher, auch eine Rolle für Hans Albers, später kümmerte sie sich um die Veröffentlichungen ihres Bruders.  Adolf Heilborn und Luise Heilborn-Körbitz waren ein ausgesprochen kreatives Berliner Geschwisterpaar. Weiterlesen

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Berlin fotografisch 1860 – 1982

Cover "Berlinfotografisch 1860 - 1982"

Cover „Berlinfotografisch 1860 – 1982“

Motive bot Berlin immer reichlich. Und die Berliner Fotografen suchten sich dabei die unterschiedlichsten Ausschnitte heraus. Sie dokumentierten Gebäude und Industrieanlagen, Parks und Straßen, sie experimentierten mit Licht und Bewegung, beobachteten den Alltag in der Stadt, porträtierten bekannte und unbekannte Berlinerinnen und Berliner. Einen Querschnitt durch die Fotografie in Berlin zwischen 1860 und 1982 stellte die Berlinische Galerie 1982 in ihrem Übersichtskatalog „Berlinfotografisch“ vor. Weiterlesen

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Ella Kay: Reformen, die bleiben

Ella Kay November 1978. Foto: Archiv Ulrich Horb

Ella Kay November 1978. Foto: Archiv Ulrich Horb

„Wenn man zurückblickt“, sagt Ella Kay, „dann merkt man doch, wie viele Verbesserungen es in einem Menschenalter gegeben hat.“ Noch deutlich erinnert sie sich etwa an ihren Vater, der mit seinen 72 Jahren arbeiten gehen musste, weil er keine Rente bekam. Schwere körperliche Arbeiten war das, bei einem Reinickendorfer Bauern. Von den 15 Mark Wochenlohn musste die ganze Familie leben. „Die so genannte gute alte Zeit“, stellt Ella Kay fest, „hat es nie gegeben.“ Dafür aber umso mehr soziale Ungerechtigkeit. An einigen bleibenden Verbesserungen hat Ella Kay mitgewirkt. Weiterlesen

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Ella Kay und das Jugendamt neuer Prägung

Cover „Ella Kay und das Jugendamt neuer Prägung“

1991 erschien im Juventa-Verlag eine Sammlung von Aufsätzen und Beiträgen, in deren Mittelpunkt „Ella Kay und das Jugendamt neuer Prägung“ standen. Gewürdigt wurde damit das Wirken der drei Jahre zuvor verstorbenen ehemaligen Berliner Jugendsenatorin, die die Jugendpolitik der Stadt in der Nachkriegszeit bleibend geprägt hat. Herausgeberinnen waren zwei Sozialdemokratinnen, die mit Ella Kay zusammengearbeitet und ihre Arbeit fortgesetzt haben: Ilse Reichel-Koß und Ursula Beul. Weiterlesen

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Wedding, Mai 1945: Letzte Kämpfe am Humboldthain

Bunker am Humboldthain 1981: Blick über den Wedding. Foto: Ulrich Horb

Bunker am Humboldthain 1981: Blick über den Wedding. Foto: Ulrich Horb

Krieg und Naziterror fordern auch im April und Mai 1945 im Wedding noch zahlreiche Opfer.  Am 13. April werden Richard Weller und sechs weitere Arbeiter des AEG-Werks Berlin-Wedding wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Gefängnis Plötzensee enthauptet. Viele, die im einst roten Wedding im Widerstand aktiv waren, sind in den zurückliegenden Jahren verhaftet und gefoltert worden, einige kommen in den letzten Wochen vor Kriegsende bei Zwangsarbeit um oder werden im KZ erschossen. Und bei Kämpfen am Humboldthain sterben bis zuletzt noch jugendliche Flakhelfer. Weiterlesen

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Friedrich Seidenstücker, der „Momentknipser“

Cover "Der faszinierende Augenblick - Fotografien von Friedrich Seidenstücker"

Cover „Der faszinierende Augenblick – Fotografien von Friedrich Seidenstücker“

„Stativ- und Landschaftsaufnahmen habe ich erst spät gemacht, ich war immer Momentknipser“, stellt der Berliner Fotograf Friedrich Seidenstücker (1882 – 1966) in den sechziger Jahren in einem Rückblick fest. Den entscheidenden Moment abzupassen, das ist ihm oft gelungen. Meisterlich beweist das eins seiner bekanntesten Fotos: die Pfützenspringerin – eine junge Frau mit modischem Hut und knielangem Kleid, die 1929 von Seidenstücker beim entschlossenen Sprung über eine große Wasserlache am Straßenrand eingefangen wurde. Unter dem Titel „Der faszinierende Augenblick“ erschien 1987 ein Bildband mit Aufnahmen Seidenstückers, die das Leben in der Großstadt Berlin illustrieren. Weiterlesen

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