Aus den Berliner Bezirksverwaltungen erreichen den Zentralausschuss Berichte über Konflikte mit den KPD-Stadträten. Nach der schon im Juni erfolgten Absetzung des Lichtenberger Bürgermeisters Franz Stimming (SPD) sieht sich die SPD auch in anderen Bezirken an den Rand gedrängt. 15 Stadträte gibt es in Reinickendorf, sieben von ihnen gehören der KPD an, ein weiterer parteiloser wird der KPD zugerechnet. Drei Stadträte stellt die SPD. Personalangelegenheiten obliegen wie in den meisten Bezirken einem KPD-Stadtrat. Acht der zehn Reinickendorfer Ortsteilverwaltungen werden von Kommunisten geleitet. Der sozialdemokratische Bezirksbürgermeister Paul Richter, im Mai von den Sowjets ernannt, wird vor der Übernahme des Bezirks durch die Briten, die am 12. Juli erfolgt, gegen den KPD-Funktionär Erich Böhm ausgetauscht. Einer von drei Stellvertretern – die beiden anderen gehören der KPD an – wird der Sozialdemokrat Dr. Fritz Kucharski. Der wirft Anfang August das Handtuch, weil er keine demokratischen Handlungsmöglichkeiten mehr sieht. Nachfolger wird Franz Neumann, der wesentlich energischer auftritt und eine paritätische Aufteilung der Aufgaben des Bürgermeisters zwischen ihm und Böhm einfordert.[1] In Lichtenberg wird auf den SPD-Versammlungen offen über die „Rücksichtslosigkeit der KPD“[2] gesprochen, die Stimmung für die SPD wird als gut eingeschätzt.
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